Geschichte

WEIL AM RHEIN

Am 22. März 1975 gründeten neun junge Burschen die Fasnachtsclique
GRÄNZ-PFLUDERI WAGGIS

Ein auf den ersten Blick schwer verständlicher Name, doch die Gruppe wollte durch ihn ihre Verbundenheit zur närrischen Tradition der Grenzregion darlegen und hob dies noch speziell durch das sonst unübliche „Ä“ im Namen hervor, wodurch auch der Drang zur Unkonventionalität dieser Clique unterstrichen werden sollte.
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Ein Waggis ist eine Traditionsfigur im Dreiländereck. Der Waggis stellt die verballhornte Figur des elsässischen Gemüsebauern dar. Dieser zeichnet sich durch einen eigenen, speziellen Dialekt, sowie Schlitzohrigkeit und einem Hang zu Wein, Weib und Gesang aus.
Im Dreiländereck gestaltet man die Maske (Larve-Pappmache) leicht nach Schweizer Vorbild.
Die Pappmache-Larve, eine besondere Spezialität und älter als die geschnitzte Holzmaske übernahm die Clique nach Basler Qualitätsmuster.
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Die Larve der Gränz-Pfluderi-Waggis wird selbst entworfen. Nach Herstellung eines Negativs erarbeitet man die eigentliche Larve aus Kaschierpapier und Fischleim. Sie besteht um das Gewicht zu reduzieren aus nur 3 Schichten geklebtem Papier. Zur Aushärtung und zum Feuchtigkeitsschutz streicht man die Larve auf der Innenseite mit einem speziellen Lack aus.
Die Außenfarbe besteht aus Acryllackkomponenten.
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Alle Körpermerkmale werden bei der Gestaltung der Waggisfigur überdimensioniert dargestellt, besonders die Nase (Zinke), der Mund (Schnurre), die Zähne (d’Hauer) und die Augen (Glotzer). Die Haare stellen eine gefranste Mähne dar. In früheren Jahren verwendete man hierbei Sisal. Dies führte zu diversen Problemen wie die leichte Entflammbarkeit und den Hang zur Schrumpfung bei Regen oder Nässe. Deshalb wechselte man auf stabileren Bast.

Bei der Farbenwahl des ersten Häs entschieden sich die Gründer damals für die Farben Rot für das Hemd, Schwarz für die Hose und Halstuch und Gelb für die Perücke. Diese Zusammenstellung erwies sich jedoch nicht für endgültig. Nach den ersten zehn Jahren entschied man sich dazu, die Farben im 5-Jahres-Rhythmus regelmäßig zu wechseln, um so mehr Abwechslung in das Erscheinungsbild der Gruppe zu bringen. Zum 30-jährigen Bestehen präsentiert sich die Clique in den Farben Blau und Schwarz.

Die ersten Larven, die eine trapezförmige Nase erhielten, wurden von jedem Aktiv-Mitglied selbst hergestellt und durch den Farbanstrich des Oberwaggis Peter Hauth komplettiert. Auch diese veränderten sich im Laufe der Zeit. Die Maskierung der Waggis wurde immer bunter und verrückter. Danach folgten die Konzepte der Nilpferdnase und herausstehenden Zähnen. Die Perücken waren in dieser Periode noch aus Sisal und in einem Unigelb gehalten. Im Anschluß des 10. Jahres kam der ‚Rote Hans’: Eine hochnäsige Larve in Gelb-Grün mit einer großen (1,2 m im Durchmesser) rot-schwarzen Sisal-Perücke. Der ‚ Stumpen-Karle’ war die erste moderne Larve mit Basthaargestaltung in Pink zum 15jährigen und eine Zigarre als besonderes Accessoire in der Schnurre. Dies gefiel der Clique so gut, dass sie beschloß in jeder zukünftigen Larve eine Besonderheit in die Gesichtsform einzubauen. Zum zwanzigsten Bestehen entwickelte man den ‚Gemüse-Paule’. Das waggistypische Gemüse wurde hier zum erstenmal als Karotte zwischen den Zähnen eingeführt. Da Paul Teike unser Präsident seit Bestehen der Clique ist – ob er will oder nicht- wurde diese Larve ihm gewidmet. Der ‚Alte Fritz’ im 25. Jahr war ein monokelbewehrter Waggis, der die Verbindung zwischen 1.Cliquengeneration und dem Nachwuchs (Narresome) in Form eines kleinen Waggis auf der Nase aufzeigte. Seit dieser Larvengeneration gibt es eine Ausführung für die erwachsenen Hästräger sowie für die Kinder in kleiner Form. Zum 30jährigen gibt’s was Neues-wird noch nicht verraten – Ätsch!!

Um das Erscheinungsbild der Clique noch zu ergänzen, entschied sich die Gruppe dazu, einen Wagen zu bauen, der schließlich beim alten OVD-Gelände mit geliehenen Balken des Baugeschäfts Allweiler Gestalt annahm. Den Traktor zum Ziehen und den Unterbau des Wagens organisierten sich die neun Ur-Waggis teilweise sogar aus Ötlingen. Auch dieser wurde durch zahlreiche Spenden und privatem Engagement über die Jahre zu einem sich im Erscheinungsbild immer wechselnden und dennoch dauerhaften Markenzeichen der „Pfluderis“.

Neben vielen fasnächtlichen Aktivitäten engagieren sich die Waggis auch im privaten Bereich mit vielen Veranstaltungen für die Mitglieder und Freunde ihrer Clique und versuchen die fasnächtliche Tradition durch die Bildung eines großen „Narre-Some“, neuen kleinen Nachwuchswaggis zu pflegen.

Und das Wichtigste ist...
NICHT NUR AN FASNACHT SIND DIE WAGGIS LOS !!!